Marianne am 19. November 2009
in den Rubriken
[Klimaschutz] [Umwelt]
“Für den wirtschaftlichen Erfolg der Stadtwerke sei die Eigenerzeugung maßgeblich. Dafür müssten alle Fakten auf den Tisch. Aus ideologischen Gründen sollte nicht das eine oder andere von vornherein ausgeschlossen werden.” Pit Clausen in der NW von heute. Man darf mich gern korrigieren, aber die SPD war doch auch mal für den Atomausstieg, oder”, schrieb mir ein Facebook-Freund und erinnerte mich daran, dass diese Äußerung des Oberbürgermeisters mir ebenfalls beim Zeitungslesen übel aufgestoßen war.
Was heisst das konkret? Die Pläne von Schwarz-Gelb, die AKW-Laufzeiten und damit auch Grohnde zu verlängern, werden von den örtlichen Sozialdemokraten bei diversen Anlässen schon einmal so kommentiert: Ja, wenn’s denn nun so kommt, dann werden wir sicher nichts dagegen unternehmen”. Grohnde als Gelddruckmaschine für den Ausbau des ÖPNV scheint das Konzept von zu heissen.
Gehören zur Ideologiefreiheit dann auch neue Kohlekraftwerkspläne? Was ist das Maß für Eigenerzeugung bei den Bielefelder Stadtwerken — bundesweit die Ikeas zu versorgen, oder den regionalen Bedarf zu decken?
Auf der To-Decide-Liste einer möglichen rot-grünen Zusammenarbeit stehen diese Fragen nicht erst seit Pit Clausens Äußerung ganz oben.
Ach ja, und eine CDU, die meint Wirtschaftsförderung bestünde in erster Linie aus neuen Gewerbeflächen auf der grünen Wiese, scheint ebensowenig auf der Höhe der Zeit zu sein. Die kleinen und mittelständischen Startups, die Handwerksbetriebe, die Agenturen und Dienstleister sind nicht die Flächenfresser und bei ihnen spielt die Wachtsums– und Jobperspektive der Zukunft.
Wir suchen weiter nach einer tragfähigen Lösung weiterhin ideologiefrei suchend, mit immer wieder erneuerter Energie.
