Marianne am 4. März 2009
in der Rubrik
[Bildung]
Vor mehr als 30 Jahren organisierte ich als Landesschülersprecherin in München die erste bayernweite SchülerInnendemo. Ihr Motto: „Bildung statt Büffeln“. Daran erinnerte ich mich schon gestern, als ich – im Auto bei Frankfurt sitzend – per Twitter von der gestrigen Demo des Oberstufenkollegs hörte. Da wäre ich — nicht nur aus nostalgischen Gründen — gerne dabei gewesen. Im Gegensatz zu meinem CDU-Mitbewerber Bernd Landgraf habe ich nämlich nicht nur positive Eindrücke von der hiesigen Schullandschaft gewonnen …
Vom Autotwittern ging es dann in eine Abendveranstaltung des Gildenhauses mit dem schönen Titel „Schule 2.0: Besser lehren und lernen mit neuen Medien?“. Schülersprecher, die „das gute alte Buch verteidigten“ und gegen zu viel PC-Orientierung argumentierten, ein smarter Start-Up, der für seine Manga-artigen Comicfiguren warb, mit deren Hilfe die Kids künftig per Bezahlinternet ihr Lernprogramm ergänzend zum Unterricht absolvieren sollten, diverse LehrerInnen, deren große Sorge war, dass die PCs oder Dashboards nicht funktionieren, aber auch ein Schulbuchverleger, der davor warnte, dass der alte überkommene Frontalunterricht mit neuer Tafel– und Beamertechnik auch nicht besser würde. Ein Diskussionsteilnehmer, der die Problematik dessen, was Bildung von Büffeln unterscheidet, umriss und – anschließend beim Pastinakensüppchen — eine Lehrerin, die trotzig die traditionelle Art ihres Unterrichts verteidigte.
Das Spektrum der Schuldebatten hat sich vielleicht technisch erweitert – die Phantasie, wie diese Technik für Individualisierung, für Vernetzung jenseits der zentralen Lehrerfigur eingesetzt werden könnte, dass es überhaupt darum geht, nicht in 45-Minuten-Einheiten von Fächerhäppchen zu denken – dafür ist noch viel zu tun. Im Web 2.0, auf der Straße, in Düsseldorf – und weil für die Rahmenbedingungen zuständig — im Bielefelder Rathaus.

Vielleicht sollte man Blogs als Unterrichtsform andenken. Dein Blog ist jedenfalls informativ und lehrreich!
Viele Grüße aus China (…ja, auch von hier aus kann man sich für Bielefelder Kommunalpolitik interessieren!)
China als Bildungsreise ist auch nicht zu verachten;-)
das bringt mich auf folgende Idee: die Schulklasse der Zukunft sitzt also vielleicht an ganz verschiedenen Orten der Welt und lernt gleichberechtigt vernetzt die große weite und vielfältig bunte Welt kennen; eine weltweite Schulklasse mit KlassenkameradInnen auf der ganzen Welt…
und dann fällt mir noch ein Name für den Blog als Unterrichtsform ein:
Blog-Bildung
So werden die Grünen noch zu einer Blog-Partei (schwacher Witz, ich weiß)!