Liebe Bielefelderinnen und Bielefelder,
wer an einem sonnigen Tag auf dem Alten Markt steht, wer seine Einkäufe auf dem Siegfriedmarkt erledigt, wessen Kind in eine der sanierten Schulen geht, wer sauberes Wasser einfach aus dem Wasserhahn trinken kann, wer von der Promenade oder vom Johannisberg aus auf die Stadt schaut, spürt: Bielefeld ist eine Stadt, in der es sich gut leben lässt.
Dann fällt der Blick aber auf die „Achse der Ödnis” vom Neumarkt über den Kesselbrink und schweift über das ehemalige Schlachthofgelände … und ich denke: „Das kann doch nicht wahr sein, dass sich da seit so vielen Jahren so wenig zum Guten gewendet hat. So viele Ideen, so viel BürgerInnenengagement und nichts passiert.” Weder der amtierende Oberbürgermeister, noch die faktisch bestehende große Rathauskoalition haben Energie und Ideen erkennen lassen, die Stagnation zu überwinden.
Wer das von allen Parteien beschlossene, ehrgeizige Klimaschutzprogramm für Bielefeld liest, könnte versucht sein zu denken: Bielefeld hat seine Hausaufgaben gemacht und kann es sich im Energiesparlampenlicht gemütlich machen.
Derweil warten 85% des Bielefelder Wohnungsbestands darauf, energiefit gemacht zu werden und die JöllenbeckerInnen, HeeperInnen und SennestädterInnen warten auf die Stadtbahn, die sie klimafreundlich transportiert.
Wer weiß, dass der größte Arbeitgeber der Stadt mit den Evangelischen Krankenhäusern eine soziale Einrichtung ist, dass die überregional bekannte Firma Schüco mit ihrer Ökotechnologie zweistellige Umsatzzuwächse verzeichnet, schöpft Hoffnung, dass unsere Stadt für die derzeitigen Krisenzeiten nicht schlecht aufgestellt ist.
Allerdings suchen derzeit schon mehr als 30.000 Menschen in Bielefeld Arbeit, etwa ein Zehntel davon sind unter 25 Jahre alt.
Was kann eine Oberbürgermeisterin bewegen, die sich vornimmt, das Lebens– und Liebenswerte dieser Stadt zu bewahren und weiter zu entwickeln, die sich aber nicht damit abfinden will, dass an einigen Baustellen seit Jahren Stillstand herrscht.
Kann (kommunale) Politik überhaupt die entscheidenden Zukunftsfragen von Wirtschafts– und Finanzkrisen über Klimaschutz und Gerechtigkeitsproblemen bis hin zu den Folgen des demographischen Wandels beantworten?
Viele sehen das skeptisch und auch ich scheue davor zurück zu versprechen, dass mit einer Oberbürgermeisterin Marianne Weiß alles anders und alles besser würde. Einiges aber eben doch.
Trotz der schwierigen finanziellen Lage der Stadt könnten wir doch das Machbare — und davon gibt es reichlich — viel energischer als bisher anpacken. Flexiblere Öffnungszeiten für Kindertagesstätten würden beispielsweise den Familienalltag weniger stressig machen, ein gesundes und bezahlbares Mittagessen in allen Schulen sollte selbstverständlich sein. Die Realität spricht eine andere Sprache.
Bei anderen Problemen wäre es vermessen zu behaupten, die Patentlösung zu kennen.
Andererseits spüren wir gerade in diesen Zeiten, wie wichtig eine Politik wäre, die Ökonomie und Ökologie verbindet, die soziale Ungerechtigkeit bekämpft und dabei darauf setzt, möglichst viele Menschen zu beteiligen.
Das ist es, was für mich Grün ausmacht. Aber ich will ja nicht die grüne Oberbürgermeisterin für die Grünen in Bielefeld werden. Ich will, dass wir alle Bielefeld grüner machen.
Grüneres Bielefeld — was heißt das?
Ich werde Ihnen und euch in den kommenden Monaten an dieser und an anderer Stelle meine Ideen für dieses grünere Bielefeld vorstellen und dafür werben, dass Sie umgesetzt werden.
Bei meiner Wahl zur Oberbürgermeisterkandidatin am 7.2. habe ich z.B. Folgendes eingebracht:
- „Beteiligung” stärken
- Die große Aufgabe: Klima und Arbeitsplätze retten
- Das gute Leben in Bielefeld
Zur Beteiligung:
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Damit meine ich zunächst mehr Beteiligung am politischen Leben. Die wird dringend gebraucht. Dafür muss zunächst die Informationslage verbessert werden und dann zum Einmischen aufgerufen werden.
Niemand kann versprechen, dass alle Vorschläge 1:1 umgesetzt werden, aber ich verspreche, dass sie auch nie völlig in den Wind geschrieben werden, wie die der zahlreichen Ideen bei der Kesselbrink-Gestaltung.
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Beteiligung verstehe ich auch als soziale Teilhabe. Ich möchte, dass es in Bielefeld ein Sozialticket gibt.
Wem im Monat gerade mal 15 Euro für Fahrkarten zugebilligt werden, muss ermöglicht werden, am öffentlichen Leben teilzunehmen. Dies löst nicht alle sozialen Probleme, aber es vermindert Ausgrenzung. Wenn arme Städte wie Rostock und Berlin das hinkriegen, sollten auch wir uns für eine solche Unterstützung entscheiden.
Zu Klima und Wirtschaft:
Das große Thema Klimaschutz ist zugleich ein Wirtschaftsmotor. Es wird um Energieeffizienz und um den Ausbau der erneuerbaren Energien gehen.
- Ich möchte, dass wir jährlich dreimal so viele Gebäude energetisch sanieren, wie dies heute der Fall ist. Also von 1,5% auf 4,5%. Es ist Zeit, diese Riesenaufgabe anzupacken, oder besser gesagt, „einzupacken”. Das ist nicht nur für’s Klima gut, Handwerk und Hersteller haben volle Auftragsbücher
- Die Stadt geht mit gutem Beispiel voran. Das neue Rathaus erhält eine Photovoltaikanlage und sobald wie möglich die erste Solartankstelle — auch für die neuen E-Bikes, die immer mehr Dienstwagen ersetzen. Auch hier: Profit für Ökologie und Ökonomie.
Zum guten Leben:
- Wer viel arbeitet, soll auch gut feiern. In Bielefeld steht eine große Feier an: die 800-Jahr-Feier im Jahr 2014. Ich möchte einen Ideenwettbewerb ausrufen, wie dieses Festjahr so gestaltet werden kann, dass es alle Bielefelderinnen und Bielefelder freut.
Ich freue mich auf einen spannenden Wahlkampf und freue mich, wenn ich von Ihnen, von dir begleitet werde. Mit kritischen Anmerkungen, mit eigenen Vorschlägen und gerne auch einfach unterstützend.
Dafür schon jetzt Danke!
Marianne Weiß
